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Osmanlı Padişahları

Osman I

1299-1324

Orhan

1334-1362

Murad I

1362-1389

Bayazid I

1389-1402

Mehmed I

1413-1421

Murad II

1421-1446

Mehmed II

1446-1481

Bayazid II

1481-1512

Selim I

1512-1520

Süleyman I

1520-1566

Selim II

1566-1574

Murad III

1574-1595

Mehmed III

1595-1603

Ahmed I

1603-1617

Mustafa I

1617-1623

Osman II

1618-1622

Murad IV

1622-1640

Ibrahim

1640-1648

Mehmed IV

1648-1687

Süleyman II

1687-1691

Ahmed II

1691-1695

Mustafa II

1695-1703

Ahmed III

1703-1730

Mahmud I

1730-1754

Osman III

1754-1757

Mustafa III

1757-1774

Abdülhamid I

1774-1789

Selim III

1789-1807

Mustafa IV

1807-1808

Mahmud II

1808-1839

Abdülmecid

1839-1861

Abdülaziz

1861-1876

Murad V

1876

Abdülhamid II

1876-1909

Mehmet V

1909-1918

Mehmet VI

1918-1922

Türkisches Design

Der osmanische Basar

Zentraler Punkt und Wirtschaftszentrum einer osmanischen Stadt war der Basar. Basar ist ein persischer Begriff (arab.) suq und (türk.) çarşi, und bezeichnet zentralgelegene, meist überdachte und zum Teil mit Toren abschliessbare Ladenstrassen. Im Osmanischen Reich wurde der Begriff für alle Arten von Märkten benutzt egal ob für eine Handelsstrasse, für einen ganzen Komplex oder als Wohnortmarkt in den einzelnen Wohnviertel einer grösseren Stadt.             Basar ist eine schon in frühorientalischen Gesellschaften vorgefundene Bezeichnung einer Verkaufsstrasse. Die klassische Bezeichnung entstand im Mittelalter und bezog sich auf die unterschiedlichsten Markformen in islamischen Städten. Somit ist der klassische Begriff eines Marktes für sämtliche Konzentration von meist gleichartiger Läden, Werkstätten und Verkaufsständen auch für den osmanischen Basar gültig. Wenn manche Sonderbereiche des Basar z.B. Bedestan auch Vergleiche zu mittelalterlichen Kaufhäuser in Europa standhalten so ist doch der Basar als absperrbarer Bereich durch seine strenge Trennung von Wohnen und Wirtschaften eine eigene kulturelle Leistung der islamischen Welt.

Die Funktionen des Bazar im osmanischen Reich.

Die Organisation des Bazar war überwiegend privatwirtschaftlich orientiert. Die Betreiber sind private Händler oder Mitglieder von Stiftungen oder Vertreter des Herrscherhauses. Der Basar dient als Einkaufs- und Gewerbezentrum und ist ein politisch wie religiös bedeutsamer Standort für die Finanzierung von Investitionen über Kreditvergabe als auch als wirtschaftliches Organisationszentrum eine soggenannten “Rentenkapitalismus”.

1. Wirtschaftszentrum: Nicht nur der lokale Handel zur Versorgung der Stadtbewohner wurde im Bazar abgewickelt, sondern auch der Grosshandel fand dort seinen Platz. Wir treffen hier somit lokale Einwohner als auch durchziehende Händler und klein Handwerker sowie Handelsplätze von Minderheiten die bestimmte Berufe ausübten. Die Profiteure waren vor allem die Vermieter der Basar Geschäfte. Dies waren entweder staatliche Verwalter, Verwalter von Stiftungen und private Händler insbesondere aus Angehörigen von religiösen Minderheiten.

2. Kapitalmarkt: Das es im osmanischen Reich lange Zeit keine Banken gab, wurde die Finanzierung d.h. Kreditvergabe entweder über religiöse Minderheiten direkt abgewickelt oder über die Vergabe von Waren- und Leistungskredite durch die Händler und Handwerker. Gerade diese Kredite Kennzeichen die nach bestimmten Gewerbe aufgeteilten Basarflächen. Nicht der direkte Preis regelte den Umsatz des Händlers, da meist die Preise in einem engen Rahmen festgeschrieben wurden, sondern die Umfang des persönlichen Netzwerkes des einzelnen Händlers und damit seine Kreditvergabe an seine Käuferschaft.

3. Stiftungen: Der Grossteil aller Gebäude von Barsarkomplexe sowie allgemein von Bazarläden und sonstigen Sonderbereiche wie Bedestan und Han wurde durch Stiftungen gebaut. Die Erträge aus dem Handel dienten den Stiftungen als Unterhalt für z.B. Moscheen, Schulen, Krankenhäuser, Brücken etc. oder als Renteneinkommen der Stifterfamilie. Die Art der Einkommenssicherung öffentlicher aber auch in geringem Masse privater Einrichtungen durch religiöse Staatsbeamte oder Familienmitglieder, war bis zum Ende des osmanischen Reiches eine wichtige privatrechtliche Institution und wurde in der heutigen Türkei durch eine staatlicher Verwaltung zum Grossteil abgelöst.

4. Integration und Religion: Der Bazar war für Städte, die aus zahlreichen eigenständigen Stadtviertel bestanden ein wichtiger Integrationsfaktor, weil er nicht nur die Stadtviertelverband, sondern auch als Informationsbörse zwischen den Stadtteilen immanent wichtig war. Gleichzeitig lagen die typisch islamischen Bauten (Moschee, Medresse) einer Stadt im Zentrum der Märkte oder wurden durch sie erst ermöglicht, da sie ja in Form ihres Stiftungscharakter die baulicher Vorraussetzung eben für den Bazar bildeten.

5. Zünfte: Als byzantinisch-seldschukisches Erbe treffen wir in den osmanischen Städten, in Gilden (esnaf) sich organisierenden Berufsgruppen, sogenannte Zünfte, an. Hervorgerufen durch die festgeschriebenen Berufsgruppen und ihrer sozialen Rangordnung bildeten sich eine Vielzahl von handwerklichen, aber auch nichthandwerklichen Kooperationen die versuchten, staatliche Besteuerung, Qualität oder Preisvorgaben gemeinschaftlich zu erfüllen. Die führte zwar zu einer hohen Qualität der Ware, z.B. in der osmanischen Kunst der Buchmalerei, Textilherstellung oder Keramik, führte aber, ähnlich wie in Europa zum Zusammenbruch ganzer Bereiche bei Einbruch billiger Importwaren.

Bild oben: der große Basar (Kapali  Çarşi) im 18 .Jh. in Istanbul.                                                                      Bild unten: Ladengasse in der heutigen Türkei, Istanbul

Wirtschaftsform im Osmanischen Reich.

Das Wirtschaftssystem im Osmanischen Reich wird oft als “Rentenkapitalismus” bezeichnet. Die Ober- schicht des Osmanischen Reiches “osmanli” bezeichnen sich als Männer der miltärischen seyfiye oder der theologisch-juristischen ilmiye Laufbahn. D iese Charakterisierung osmanischer Laufbahnen setzt somit wirtschaftliche Tätigkeiten zwar als wichtig für das Auskommen der Staatsdiener voraus, aber nur insofern, dass die mit der Verwaltung des Staates beauftragten Beamten über ein standesgemässes Auskommen verfügen können.                                                       Die Existenz staatlicher Wirtschaftspolitik oder die Kariere als Unternehmer, scheidet somit als erstrebens- wertes Handeln, bis in die Endphase des Osmanischen Reiches aus. Die osmanische Oberschicht zeigt somit wenig Interesse an der Gütererzeugniss, sondern überlies diesen Bereich den bäuerlichen und handwerk- lichen Betrieben. Die Ertragsabschöfung dieser Wirt- schaftsform nennt man auch Renten.                             Und genau diese Ansprüche auf Renten waren im osmanischen Reich nicht an erbliche Rechte wie in Europa gebunden, sondern frei handelbar durch Erwerb staatlicher Positionen durch herausragende Fähigkeiten oder später durch Kauf dieser Positionen.

Bild oben: Aufriß Bedestan in Edirne 16.Jh.                  Bild unten: Typische Basarstrasse in Edirne.

Bild oben: Ladenstrasse in Lüleburgaz 18.Jh.                   Bild rechts: Grundriss der Stiftungsanlage in Lüleburgaz.

Stiftungskomplex

Die Stiftungsanlage von Sokullo Mehmet Pascha 1569 (Sinan) (Sokullu Hayetinde çarşi) ist ein schönes Beispiel zwischen Moschee, Bazar und Han als Unterhalt einer Stiftung in Lüleburgaz/Türkei. Die Anlage umfasst eine Moschee, Haman, Medresse und eine Hananlage sowie eine zirka 175 m lange Ladenstrasse.

Kapali Carsi oder der Gedeckter Basar

Beim gedeckten Basar in Istanbul handelt es sich um eines der grössten Basaranlagen der islamischen Welt die in ununterbrochener Tradition als Marktanlage genutzt wird. Der Basar ist gleich eines eigen Stadtviertel mit 2 grossen Moscheen (Nuri Osmaniye Camii und Beyazit Camii), Badeanlagen, Brunnenanlagen zwei Bedestan (Eski Bedestan und Sandal Bedestan) sowie zirka 16 Hananlagen und 18 Aussentore.  Die Grundfläche der Anlage Beträgt zirka 32.000 qm, enthält 61 Strassen mit insgesamt um die 3.000 Läden.

Mehmed II gab um 1455 den Befehl auf den Resten byzantinischer Marktanlagen den Eski Bedestan (od. Cevahir Bedestan) zu bauen. Die Grundfläche beträgt zirka 3.400 qm und wird von 15 Kuppeln überdacht. Es ist der grösste Bedestan im Osmanischen Reich und kann durch die vier Aussentore geschlossen werden. Um diesen inneren Kern bildeten sich aus Holz erbaute Buden und Ladenstrasse die mehrmals durch Brände (vor allem 1645 und 1701)  vernichtet wurden. Desweiteren finden wir den Sandal Bedestan (von Seidensatin) auch er wurde von Mehmed II erbaut und durch Sultan Süleyman um 1520 erweitert. Seine Grundfläche beträgt zirka 1.600 qm. Beide Anlagen sind Teil der Stiftungseinkünfte für die Aya Sofya (Hagia Sophia).

Die heutige Form des Basar stammt von 1896, nach dem ein Erdbeben den Basar 10.07.1894 zum grossen Teil zerstörte.

Bild oben: Luftaufnahme des Kapali Carsi 20 .Jh. Bild unten: Grundrissplan des Kapali Carsi mit Bedestan.

Bericht aus dem 18.Jh.

“Die Basare sind alle vortreffliche Gebäude, voll schöner Gänge, wovon die meisten auf Pfeilern ruhen. Sie werden sehr reinlich gehalten. Jedes Gewerbe hat seinen besonderen Gang, wo die Waren in der gleichen Ordnung wie in New Exange in London ausgelegt sind. Der Bedistan oder der Juweliergang zeigt so viele Reichtümer, eine solche Menge Diaman- ten und Edelsteine aller Art, dass sie das Auge blenden.”(1)       Montagu, Lady Mary: Briefe aus dem Orient 1784. Frankfurt 1982   S. 192

Misir Carsi

Neben dem großen Basar gibt es noch die Handelsanlage des Misir od. ägyptischen Basar. Die Anlage geht auf Ursprünge des 15 .Jh. zurück und wurde in der heutigen Form 1660 durch die Sultansmutter (Valide Turhan) gestiftet. Die Grundfläche beträgt 5.700 qm und ist als L-Form angelegt. Der Name stammt aus der Nähe vom Hafen wo Schiffe Waren bis aus Ägypten auf den Markt brachten.                Heute beherbergt der Markt vor allem Lebens- mittel und Gewürze.

Bild unten: Geschäft im Misir Carsisi 20.Jh.   Bild unten links: Typisch überwölbte Basarstrasse im großen Basar 20.Jh.

Die Suqs (Märkte) von Aleppo

Neben Istanbul war Aleppo das bedeutendste Handels- und Gewerbezentrum des Osmanischen Reiches. Die lag vor allem an seiner wichtigen Lage im Binnen und Aussenhandel des Osmanischen Reiches. Als Endpunkt von Waren aus dem asiatisch-indischen Raum, als Verschiffungshafen von Produkte nach Istanbul oder Alexandria und als Handelszentrum des Levantehandel europäischer Handelspartner. Damit spiele Aleppo ab dem frühen 16 Jh.. bis Anfang des 19. Jh. eine grosse Rolle unter den Märkten des osmanischen Reiches.

Die erste Blüte der Suqs (arab. für Märkte) Das Modell “Aleppo Basar” 2006 (deut.) erlebte die Stadt im 12/13.Jh. unter den Zengiden und Ayyubiden. Nach der Plünderung Aleppo 1260 durch die Mongolen kam die Stadt zum Mamlukenreich (1260 - 1516) und wurde Garnisionsstützpunkt mit ausgiebigem Handel zur Unterhaltung der Garnision. Doch stand Damaskus als Handelsstadt bis zur Eroberung durch die Osmanen einer Erweiterung im Wege.(Damaskus war noch bis ins 19 .Jh. grösster Handelspartner von Textilien und Trockenfrüchten.)

Bild oben: Die Suqs im Zentrum von Aleppo Grundriss Syrien 20.Jh.

Mit den Osmanen begann eine grossartige Bautätigkeit von Hananlagen um den Groß- und Aussenhandel abzuwickeln zwischen 1574 und 1682 entstanden so 10 neue Hananlagen die als Handelsumschlagplatz und als Unterbringung europäischer Handelsvertretungen fungierten. Dabei war die erste Vertretung von Venedig schon im 13 .Jh. errichtet worden. Im 16. Jh. folgten Vertretungen von Frankreich, England und Holland.                                             Neben den Seeruten bildeten vor allem die grossen Karawanen der das Rückrad des Binnenhandels. Vor allem drei Krawanenruten prägt den Warenaustausch. 1. Die Rute Aleppo - Bagdad 2. Die Rute Aleppo - Bulgarien und 3. Aleppo - Mekka.

Sonderbereiche des Basar (Der osmanische Bedestan)

Der eigentliche Oberbegriff über sämtliche Arten islamischer Kaufhäuser oder Kaufhallen ohne Übernachtungsmöglichkeit ist Qaisariya. Diese Verkaufsstätten unterscheiden sich im osmanischen in zwei Bereiche dem sogenannten Arasta, dies sind überdachte Ladenstrassen vor allem bei Stiftungskomplexen oder in Durchgangs- stationen oder Bedestan .                                                                                              Bedestan ist ein typisch osmanischer Bautyp für gehobene Waren z.B. Urkunden oder hochwertige Textilien, die separat vom restlichen Basar gelagert und gehandelt wurden. Sämtliche  Bedestananlagen sind aus Stein und bieten damit hohe Sicherheit vor allem vor Feuer. Heute sind es meist Juweliere die in den Bedestans ihre Geschäfte haben.

Bild oben: Juvelier im Eski Bedstan

Bild mitte: Europäische Kaufhalle im 11 .Jh. Venedig Grundriss der (Fondaco dei Tedesci)                                        Bild rechts: Grundriss Eski Bedestan, Istanbul 15.Jh.              Bild links: Typische Läden einer Moscheenstieftung um 1870 Istanbul (Laleli Camii)

Der Han (Karvansaray)

Im Gegensatz zum Bedestan der zwar Waren lagerte aber keine Übernachtung zuliess oder dem eigentlichen Markt der wiederum getrennt vom Wohnort erscheint, ist der Han die Verkaufs- und Umschlagstätte in der gleichzeitig der Händler übernachten konnte. Somit liegt die Lage der innerstädtischen Hananlagen im im Umgreis des Basar oder an den Ein- und Ausfallstrassen der Städte.(Die grossartigen und zahlreichen seldschukischen Hananlagen sind nicht Bestandteil dieses Artikel.)                                                       Hane sind keine Wirtshäuser sondern dienen nur als Stapelplatz oder zur Unterkunft der Händler mit ihrer Ware. Dabei wurden die Hane auch nur als Unterbringung ausländischer Diplomaten, Botschafter oder Konsuln verwendet. In machen Hane wurden auch Spezielmessen ausgerichtet um gezielt nur einem bestimmten Händlerkreis zu erreichen. Hananlagen lagen immer an öffentlichen Strassen und hatten meist nur ein Eingangstor. Bei vielen Hananlagen befinden sich im Aussenbereich Ladenmöglichkeiten. Kunstvolle Aussenfassadengestaltungen treffen wir erst ab dem 19 .Jh. an.      

Bild rechts: Schumacherladen in Istanbul um 1870                                                     Bild unten links: Büjük Yeni Han in Istanbul 17. Jh.                                                  Bild unten mitte: Deliller Han in Diyarbakir 16. Jh.

Bericht aus dem 16. Jh.

Die Türken bauen in ihren Städten wie auch an den vornehmsden Straßen durch das ganze Land auf eine Tagesreise ein Wirtshaus; von ihnen Kervansaray (han) genannt. Das sind größe, viereckige, gemauerte Gebäude, etwas länger als breit, anderthalb Stock hoch; darauf setzen sie Dachstühle oder - besonders in den Städten - Gewölbe, die meistens mit Blei gedeckt sind. Gewöhnlich haben sie ein oder zwei Tore. und innen alles ein einziger Raum ohne Gemach. (2)                                Busbecq de Chislan, in: Teply,Karl: Kaiserliche Gesandschaften ans Goldene Horn.Stuttgart 1968  S.146

Bild links: Grundriss Büyük Yeni Han Bild mitte: Grundriss Deliller Han

Literaturauswahl:

Faroqhi, Suraiya: Kultur und Alltag im Osmanischen Reich. Vom Mittelalter bis zum Anfang des 20. Jahrhundert. München 1995

Kreiser, Klaus: Istanbul. Ein historisch-literarischer Stadtführer. München 2001

Kreiser,K./Diem,W./Majer, H.G.(Hrsg.): Lexikon der islamischen Welt. 3 Bd. Stuttgart 1974

Scharabi, Mohamed: Der Bazar. Das traditionelle Stadtzentrum im Nahen Osten und seine Handelseinrichtungen.Tübingen 1985

Wirth, Eugen: Aleppo im 19. Jh. - ein Beispiel für Stabilität und Dynamik spätosmanischer Wirtschaft, in: Majer, H.G.(Hrsg.): Osmanische Studien zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Wiesbaden1986

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